Noch klingen die Melodien nach, noch können wir uns schwer von dem Erlebten lösen. Es ist ein besonderer Tag im Leben derer, die an diesem großen Konzertereignis teil hatten.
Die Westend Gospel Singers beteiligten sich mit einer Chorgruppe von 21 Personen an dem Chormusicalprojekt Martin Luther King in der Uber-Arena in Berlin.

Wir treffen uns auf dem Uber-Platz um nach der individuellen Anreise noch einmal als Chorgruppe unter uns zu sein, bevor wir uns in der Halle wieder in die Stimmgruppen verstreuen.

Am Sonnabend, dem 22. März ab 14 Uhr ist es dann so weit. Die Instrumentalisten und Solisten nehmen Ihre Plätze ein. Im Chor werden dann 2500 Sängerinnen und Sänger erwartet. International gefragte Instrumentalisten und Musiker werden die Szenen und die Big-Band füllen. Vor vielen Tausend Zuschauerinnen und Zuschauern wird dann der Klang des Riesenchores die Uber-Arena überschwemmen.
2450 Sänger und Sängerinnen aus allen Bundesländern Deutschlands und darüber hinaus betreten in einer langen Schlange das Gebäude, drängen sich tatsächlich in die Uber-Arena und bildeten den Großen Chor im Chormusical. Und wir sind mitten unter ihnen in allen Stimmen verteilt. Im Rund der Arena besetzt der Chor die Zuschauerkurve hinter der Bühne und schon während der Generalprobe ergibt sich ein beeindruckendes Bild in der noch unbesetzten Halle.

Letzte Verabredungen werden getroffen. Die Chorleiter der mitsingenden Chöre werden herausgerufen und auf ihre Rolle als Demonstranten in der ersten Szene vorbereitet. Auch unsere Chorleiter Karin und Hanns-Peter Giering sind dabei.
Dann beginnt der Durchlauf für uns alle zum ersten Mal mit Orchester und Solisten, wenn auch zunächst noch ohne Kostüme.

Die Chorleitung dieses riesigen Chores wird von Mirjam Schäfer, Hans-Martin Sauter und Hanjo Krämer gestaltet. Und es ist auch gut, dass es drei Chorleiter sind, so kann man von jedem Ort bei der Masse der Mitwirkenden mindestens einen Dirigierenden sehen.

Hier sitzen unsere Altistinnen
Auch die Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken sind anwesend, musizieren an ihren Instrumenten und leiten die Band. Ja selbst der Verfasser der Texte Andreas Malessa ist als Souffleur aktiv unterwegs.

Nach einer Pause, in der die Zuschauer eingelassen werden, beginnt die Aufführung kurz nach 19 Uhr mit einer Vorrede des Veranstalters und Informationen über die Spendenaktion Brot für die Welt und deren Aktion zum Bau von Wasserstellen und Wasseraufbereitung im Norden Kenias.
Und dann erklingt die Ouvertüre und die Demonstranten der ersten Szene stürmen auf die Bühne. In beeindruckenden Bildern und Szenen und immer mit Witz und Verstand erzählt das Musical von den großen Stationen aus dem Leben von Martin Luther King: Von Ausbildung und Studium, vom Verliebtsein in Coretta, vom Busboycott in Montgommery, vom Familienleben in Spannung mit seinem Engagement, vom Marsch auf Washington, von den Verhaftungen, von seiner Reise nach Berlin und in die DDR, vom Friedensnobelpreis, von seiner letzten Predigt und vom Attentat, das ihm in Memphis das Leben raubte.

Foto: (c) Creative Kirche Witten
Internationale Musicalsängerinnen und -sänger besetzen die vielfältigen Rollen. Besonders beeindruckt haben uns Gino Emnes als Martin Luther King, Andreas Wolfram als Malcom X, Karolin Konert als Heilige Geistin und Leon von Leeuwenberg als Bull Conner, den wir schon von der Hauptprobe her kannten und natürlich auch Rosa Parks und Coretta King.

Foto: (c) Creative Kirche Witten v.l.n.r.: Malcom X, Rosa Parks, Martin Luther King, Coretta King, Heilige Geistin
Mit eindrucksvollen Texten sind die Chöre gestaltet, von denen wir am meisten mitnehmen, weil wir sie gelernt und selbst gesungen haben. In ihnen hat Andreas Malessa so viele Weisheiten eingeflochten, die letztlich aus biblischen Zusammenhängen stammen. Sie spielen aber sowohl bei Martin Luther King, als auch in unserem Leben eine große Rolle. Sie machen uns Mut, trösten uns und beschenken uns mit Argumenten bei Aktionen gegen Ungerechtigkeit. Aber sie helfen uns auch in unseren inneren Auseinandersetzungen einen klaren Weg zu finden.

Neben der Musik und den Szenen spielt auch das Licht bei der Gestaltung eine große Rolle. So auch hier bei der Welle in dem Chorsatz „Es ströme das Recht wie Wasser“.
In dem Titel „I got a robe up in that kingdom“ kommt in der Szene, in der Coretta und Rosa den Friedensnobelpreis von Martin feiern, in wunderbar bildlicher Form die Spendenaktion zum Zug. Während in der musikalisch gestalteten Pause dieses Titels die Spendeneimer von Brot für die Welt durch die Reihen gereicht werden, zieht die ganze Welt, dargestellt durch eine große Weltkugel ihre Runden durch die Zuschauerreihen, wird geworfen, fallengelassen und aufgefangen und weitergegeben.

Aber auch die Albträume kommen zum Zug, die über das Erreichte ihren Blick auf die Opfer werfen und Martin Luther King und viele andere zum Erschauern bringen, aber von dem gerechten Kampf nicht abhalten.
Das Finale trägt den Traum Martin Luther Kings in die Gegenwart: „Gott bricht aus Bergen der Verzweiflung Steine der Hoffnung uns heraus, Ja wir vertrauen der Verheißung, baun der Gerechtigkeit ein Haus.“

Foto: (c) Creative Kirche Witten
Am Ende des Abends wird ein großes Werk gefeiert, werden die Künstler im Rausch des Applaus ihren Bühnenlohn erfahren und auch der Chor wird noch einmal zur Geltung gebracht. Das Zugabenmedley wiederholt, immer wieder vom Applaus unterbrochen, in enger Folge einprägsame Melodien des Werkes.
Bei einer Autogrammstunde können wir als Chorsängerinnen und Sänger mit den Künstlern kurz noch auf Tuchfühlung gehen.

weitere Bilder des Veranstalters „Creative Kirche“ vom Aufführungstermin in Berlin findet ihr hier.
Die Vorgeschichte für unseren Chor:

Bereits seit Januar wird auch hier in Eberswalde an eigenen Terminen im Großen Saal in der Eisenbahnstraße 84 eifrig für das Musical geprobt.
Die Hauptprobe zum Musical „Martin Luther King. Ein Traum verändert die Welt“ in den Räumen der Gemeinde auf dem Weg in Berlin-Tegel am 8. März 2025
Die bewegende Geschichte des Busboykotts in Montgommery und viele weitere Details aus dem Leben von Martin Luther King werden mit Mitteln eines Musicals in ergreifender Weise dargestellt. Jeden Tag wird deutlich, wie wichtig es ist, den gewaltlosen Freiheitskampf der schwarzamerikanischen Menschen und Kirchengemeinden um Martin Luther King gerade in unserer bewegten Zeit breitenwirksam lebendig werden zu lassen.
Das ist eine Aufgabe, denen sich auch die Sänger und Sängerinnen aus dem Eberswalder Gospelchor verpflichtet wissen. Mit Glauben und ohne Gewalt Konflikte zu lösen, ist etwas, was Hoffnung wachsen lässt.

Einen wunderbaren und vielseitigen Probentag erlebten wir in Berlin mit ca. 750 Weiteren Chorsängern und Chorsängerinnen in der Hauptprobe.
Chorleiter Hanjo Krämer führte uns nun in die gestalterischen Feinheiten des Chorparts ein und übte mit uns die schwierigen Stellen mehrmals.

Eine besondere Herausforderung war dabei die Choreografie, die an verschiedenen Stellen im Musical vorgesehen ist und die die Chorklänge unterstreicht. Hier das Einüben einer Welle zu dem Song „Es ströme das Recht wie Wasser“:

Zum Abschied gab es noch ein Erinnerungsfoto mit dem Tageschorleiter Hanjo Krämer.

So ging ein anstrengender aber erfüllender Probentag zuende.